Tierarztpraxis Yvonne Thoonsen
Die Tierarztpraxis die die Schulmedizin mit der Ganzheitlichen Medizin verbindet.

Leas Geschichte

Unsere Erfahrung mit der Lasertherapie

 

Anfang Mai 2014 ändert sich die Welt unserer damals gerade 7-jährigen Golden Retriever Hündin Lea quasi über Nacht. Lea kann plötzlich morgens weder Leckerchen vom Boden aufnehmen, noch ihr Frühstück im Napf erreichen oder sich zum Pipimachen hinhocken. Sie hält den Kopf in einer unnatürlichen Position nach oben gestreckt, kann ihn auch im Liegen nicht ablegen, dabei hechelt sie ständig. Lea kann zwar laufen, aber nur sehr langsam und wackelig, der Rücken ist nach oben gewölbt – sie hat offenbar Schmerzen, was sie auch durch Fiepen anzeigt. Die Schmerzen können wir ihr mit Schmerzmitteln nehmen, die Hinterläufe aber sind weiterhin unkoordiniert und schwach. Wir beginnen unsere lange Reise zu diversen Tierärzten und Spezialisten, durchlaufen die gängigen Diagnoseverfahren, wie Röntgen, CT, neurologische Untersuchungen etc., der Auslöser für Leas Zustand bleibt unklar. Durch Physiotherapie mit Unterwasserlaufband und TENS erreichen wir eine Verbesserung, Lea läuft wieder besser, beim Treppensteigen unterstützen wir sie mit einem Bauchgurt.

Nach einer erneuten neurologischen Untersuchung macht Lea leider einen großen Rückschritt und im November ist ihr Zustand schlechter als zu Beginn der Erkrankung. Dazu ist sie hin und wieder kotinkontinent, was aber unser kleinstes Problem ist.

Wir beschließen, keine weiteren Diagnoseversuche zu unternehmen, uns mit Leas Behinderung zu arrangieren und die Schulmedizin lediglich zur Schmerzlinderung einzusetzen, wenn es angezeigt ist. Sie bekommt Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie, TENS, Massage, etc. Wir haben ein zusätzliches Geschirr „für hinten“ gebastelt, damit sie mit Hilfestellung in Bewegung bleibt. Die Hinterläufe werden durch Schuhe geschützt, damit sie durch das Nachschleifen keinen Schaden nehmen. Außerdem haben wir inzwischen einen Buggy für Lea, so kann sie weiterhin auf den Hunderunden mit unserer zweiten Hündin dabei sein. Ganz wichtig: Lea ist trotz allem gut drauf, hat meistens gute Laune und lässt sich von so einer kleinen Unpässlichkeit nicht unterkriegen. Sie ist ein ganz normaler Hund, verfressen und verschmust wie immer, nur die Hinterbeine funktionieren halt nicht richtig – das sagen wir auch immer den Menschen, die unsere Vorgehensweise eher skeptisch betrachten und uns auch teilweise offen als Tierquäler bezeichnen und zum Einschläfern raten.

Anfang 2015 lernen wir Frau Thoonsen kennen, die uns ab jetzt in unseren Bemühungen unterstützt, für alles offen ist und sich jede Menge Zeit nimmt, uns zu beraten und über die diversen alternativen Therapiemöglichkeiten aufzuklären.

Das Jahr ist insgesamt gekennzeichnet von einem ständigen Auf und Ab – zeitweise kann Lea sich selbständig gar nicht mehr aufrichten oder gar laufen, dann wieder gibt es Phasen, wo sie wacker ein Stückchen aus eigener Kraft laufen kann - kleine Verbesserungen, kleine und auch größere Rückschritte… Ihr Zustand ändert sich oft von einem Tag auf den anderen. Durch einen glücklichen Zufall kommen wir an einen gebrauchten Hunde-Rollwagen, der uns und Lea das Leben sehr erleichtert

Im Juli/August ist die Situation so, dass Lea aus eigener Kraft überhaupt nicht mehr auf die Hinterbeine kommt, aber sie hat eine Rutsch-Technik entwickelt, mit der sie sich erstaunlich fix im Haus bewegt. Durch den Rollwagen ist sie draußen weiterhin einigermaßen mobil, wenn auch sehr langsam. Schmerzmittel braucht sie jetzt täglich. Die Muskulatur an den Hinterläufen ist so gut wie nicht mehr vorhanden.

Dann macht Frau Thoonsen den Vorschlag, einen Versuch mit Lasertherapie zu starten. Inzwischen sind seit dem Beginn von Leas Erkrankung 16 Monate verstrichen und wir haben uns an diesem Punkt eigentlich damit abgefunden, dass Leas Zustand sich stetig verschlechtern wird, haben aber Hoffnung, diesen Prozess verlangsamen bzw. hinauszögern zu können.

 





Am 1. September geht es los. Anfangs kommen wir zur Behandlung in die Praxis, dann erklärt uns Frau Thoonsen die Handhabung des Laser-Kamms und wir leihen uns das Gerät täglich aus und behandeln Lea zu Hause. Lea nutzt die Behandlungszeit meistens zu einem Nickerchen. Nach ca. 15 Behandlungen sehen wir erste Verbesserungen: Lea versucht immer häufiger, auf die Hinterbeine hochzukommen, was allerdings erstmal noch nicht sehr erfolgreich ist – aber es tut sich was! Um Leas Organismus zusätzlich zu unterstützen, bekommt sie ab Ende September regelmäßig ein homöopathisches Organpräparat gespritzt. Diese Kombination bringt dann richtig tolle Fortschritte: Lea drückt sich immer öfter auf die Hinterbeine hoch und geht sogar manchmal ein paar wackelige Schrittchen. Die Schmerzmittelgaben können wir stark herunterfahren. Frau Thoonsen und wir sind uns einig – wir machen weiter! Der Erfolg gibt uns Recht. Lea läuft – nicht immer, aber immer öfter. Schmerzmittel braucht sie nur noch sporadisch. Wir freuen uns, dass sie im Garten alleine Pipi machen kann ohne umzufallen, dass sie sich schüttelt und dabei stehen bleibt. Im Dezember nehmen wir sie auf den Hunderunden immer mal wieder für kurze Strecken aus dem Rolli und lassen sie ohne Unterstützung laufen. Langsam baut sich wieder etwas Muskulatur auf. Die Laser-Behandlungen haben wir inzwischen von 5x pro Woche auf 3x pro Woche reduziert.

Das Jahr 2016 beginnt sehr hoffnungsvoll! Die Strecken, die Lea läuft, werden immer länger, den Rolli nehmen wir noch eine Weile mit für den Fall, dass Lea schlapp macht (denn so ganz glauben können wir das Ganze noch nicht), schließlich bleibt der Rolli zu Hause. Ganz langsam verlängern wir die Hunderunden und Lea freut sich offensichtlich über die größere Abwechslung.

Ein paar Eindrücke von Leas Entwicklung seit Beginn der Laser-Behandlung zeigt Ihnen das folgende Video.

 

 




Es ist jetzt Mitte Februar und vor ein paar Tagen sind wir mit Lea eine Strecke von knapp 3 Kilometern gegangen ohne dass sie irgendwelche Anzeichen von Überforderung zeigte. Das Tempo ist natürlich sehr moderat. Schmerzmittel hat Lea zuletzt vor 2 Monaten bekommen.

Unglaublich? In der Tat! Wir hatten mit ganz viel Optimismus auf einen Stillstand des Abwärtstrends gehofft, auf eine so tiefgreifende Verbesserung von Leas Zustand hätten wir allerdings im Traum nicht zu hoffen gewagt. Wir möchten mit diesem Bericht Mut machen. Mut, auch in scheinbar aussichtslosen Situationen die Hoffnung nicht aufzugeben. Mut, auch mal ungewöhnliche Wege in der Therapie zu gehen, auch wenn diese Wege manchmal etwas beschwerlicher sind und ein wenig Geduld erfordern. Wir finden, es lohnt sich!

An dieser Stelle ein ganz, ganz herzliches Dankeschön an Frau Thoonsen. Durch ihr Engagement und ihre Begeisterung auch für alternative Heilmethoden ist für Lea diese wunderbare Entwicklung möglich geworden. Danke auch an das Praxis-Team – durch das Ausleihen des Lasers stehen wir ständig auf der Matte und wurden in all den Monaten immer nett und freundlich betreut.

Monika Vollmer

Februar 2016